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Partien  des  1.  Spieltages  vom  18. 09. 2011   ---    Bad Salzungen gegen Breitenworbis


 











Brett 1

Bötticher, Heinz-Wilfried (1810) - Essegern, Kurt (1979)

[D36]

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 Bei Kurt neu! 4.cxd5 exd5 5.Sc3 Le7 6.Lg5 0-0 7.Dc2 c6 8.e3 h6 9.Lh4 Se4 10.Lxe7 Dxe7 11.Ld3 Te8 12.0-0 Sd7 13.Tae1 Schwarz hat bequemen Ausgleich, aber nicht mehr. Weiß verzichtet nun auf den üblichen Minoritätsangriff mit Tb1 und b4. Er will im Zentrum aktiv werden. 13...Sf8 14.Lxe4 dxe4 15.Sd2 b6 Ein Versuch, die eingeklemmte Stellung des Tf1 taktisch zu nutzen. 16.Dxe4! Es geht aber doch! 16...Dxe4 17.Scxe4 La6 18.Sd6 Ted8 19.S6c4 c5 20.b3?! Hier war [20.dxc5 durchaus möglich, z.B. 20...Tac8 21.Tc1 Txc5 22.b3 Se6 23.Se4 Tc7 24.Tfe1 Der weiße Mehrbauer spielt hier zwar keine große Rolle, aber Schwarz hat erst noch nachzuweisen, dass seine Stellung einen Bauern wert ist.] 20...cxd4 21.exd4 Txd4 22.Te4 Txe4 23.Sxe4 Lxc4 24.bxc4 Tc8 25.Tc1 Se6 Nun steht Schwarz zwar klar besser, aber zum Sieg ist es noch ein weiter Weg. 26.Kf1 Tc6 Leichter zu spielen war hier wohl [26...Td8 z.B. 27.g4 Td4 28.f3 g5 ] 27.g4 Sf4 28.Tc3 Sg6 29.f3 Se5 30.Sd2 b5 31.c5 b4 32.Tc2 a5 33.Ke2?! [33.Sb3! a4 34.Sd4 Tc8 35.c6 b3 36.axb3 axb3 37.Sxb3 Txc6 38.Txc6 Sxc6= ] 33...Sd7 34.Se4 g6 35.Ke3 f5 36.gxf5 gxf5 37.Sd6 Txc5 38.Txc5 Sxc5 39.Sxf5 a4 40.Kd4 a3 41.Se7+? [41.Se3= ] 41...Kf7 42.Sd5 b3 43.Sc3 Se6+ 44.Ke5 bxa2 45.Sxa2 Sg5 46.Kf4 Kg6 47.Sc1 Kh5 48.Kg3 Se6-+ 49.Sa2 Kg5 50.Sc1 h5 51.Sa2 h4+ 52.Kf2 Kf4 53.Sc1 Sd4 54.Sd3+ Kf5 55.Sc1 Sc2 56.Kg2 [56.Ke2 ] 56...Sb4 lässt eine einfache Gewinnchance aus! Gewinnt aber auch. [56...Se1+!! 57.Kf1 (57.Kf2?? Sd3+ ) 57...Sxf3 ] 57.Kh3 Sd3 58.Sa2 Kg5 59.Kg2 Se5 60.Sc1 Kf4 61.Kf2 Sxf3 62.Sd3+ Ke4 63.Sc5+ Kd5

 0 - 1













Brett 2

Hübschmann, Holger (1915) - Klaus, Christian (1852)

[A49]

1.Sf3 g6 2.g3 Lg7 3.Lg2 d6 4.d4 Sf6 5.0-0 0-0 6.c3 Sbd7 7.Dc2 Te8 8.e4 e5 Beide haben sich vorsichtig aufgebaut, auch der folgende Zug ist kein Angriff, sondern nur ein Manöver. 9.Lg5 h6 10.Le3 exd4 11.Sxd4 Sc5 12.f3 a5 [12...d5 versucht die Fesselung auf der e-Linie auszunutzen] 13.Dd2 Kh7 14.Sa3 De7 15.Tfe1 Ld7 16.Lf2 Se6 17.Sac2 Sf8 18.Dd3 Tad8 Bis hierhin haben beide erfolgreich manövriert, aber der letzte Zug ist strategisch und taktisch ein Fehler. 19.Tad1 [19.Sf5! Ich weiß nicht, ob ich diesen Zug ohne Computer gefunden hätte, jedenfalls ist er chancenreich. 19...Lxf5 wohl der einzige mögliche Zug (19...gxf5 20.exf5 Se4 21.fxe4 mit gesundem Mehrbauern. Leider gewinnt nicht (21.Txe4 Lxf5 (21...Df6 ) 22.Txe7 Lxd3 23.Txe8 Txe8 24.Te1 ) ; 19...De6 20.Scd4 De5 21.f4 Dc5 22.Sxg7 Kxg7 23.Sf5+ ) 20.exf5 Dd7 21.Lh3 mit Stellungsvorteil.] 19...Se6 20.Se3 [20.Sf5 ] 20...Sc5 21.De2 a4 22.b4 axb3 23.axb3 Ta8 24.Dc2

 1/2 - 1/2













Brett 3

Gast, Rainer (1960) - Schulz, Tilo (1870)

[E43]

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.e3 b6 4. ..0-0 mit 5. ..c5 oder ..d5 wird sehr viel häufiger gespielt. Mein Vorbild für diese Variante war Kurt. 5.Ld3 Hochinteressant ist hier [5.Sge2 La6 6.a3 Le7 7.Sf4 d5 8.cxd5 Lxf1 9.Kxf1 Sxd5 10.Scxd5 exd5 11.Dh5 c6 12.Se6 g6 13.De5 Lf6 In einer Partie Timmann-Hübner gewann Weiß hier nach 14.Sxd8+ Lxe5 15.Sxf7 Kxf7 16.dxe5 zwar einen Bauern, aber nicht die Partie.] 5...Lb7 6.f3 gewöhnlich spielt man hier das weniger verpflichtende [6.Sf3 ] 6...c5 7.a3 cxd4 8.axb4 [8.exd4 Le7 ] 8...dxc3 9.bxc3 Weiß hat das Läuferpaar. Schwarz muss vorsichtig operieren, besonders weil der Läufer auf der Diagonale a3-f8 eine Rolle spielen kann. An dieser Stelle wurde auch schon das Bauernopfer [9.Se2 gespielt, wobei ich mich zwischen der Annahme und der Ablehnung mit 9...Sc6 10.bxc3 d5 hätte entscheiden müssen.] 9...0-0 10.e4 d6 11.De2 Dc7 Schwarz hat eine ausgeglichene Stellung erreicht und inzwischen auch ein paar Drohungen in petto, Zeit für ein "taktisches" Remisangebot, das nach einigem Überlegen angenommen wurde.

1/2 - 1/2













Brett 4

Essegern, Uwe (1876) - Leibeling, Lucian (1832)

[B23]

1.e4 c5 2.Sc3 d6 3.f4 g6 4.Sf3 Lg7 5.Lc4 e6 6.0-0 Se7 7.d3 0-0 8.De1 Sbc6 9.f5 d5 Uwe hat sein alte Waffe gegen Sizilianisch aus der "Mottenkiste" geholt. Sein Gegner ist offenbar bestens darauf vorbereitet 10.Lb3 exf5 Hier hat Schwarz auch andere Möglichkeiten, z.B. [10...d4 11.Sa4 gxf5 12.exf5 Sxf5 13.Sxc5 oder ; 10...gxf5 11.exd5 Sxd5 12.Sxd5 exd5 ] 11.exd5 Sd4 12.Lg5 Te8 13.Dh4 Sxb3 14.axb3 h6 Hier wurde der Friede geschlossen. Aus dieser Stellung war sicher auch nicht mehr allzuviel herauszuholen.

1/2 - 1/2













Brett 5

Biel, Peter (1672) - Roth, Ralf (1843)

[B08]

1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 g6 4.Sf3 Lg7 5.Le2 0-0 6.0-0 Sc6 Der zurückhaltende Aufbau des Weißen lässt neben diesem logischen Hauptzug auch eine ganze Reihe anderer Züge zu, z.B...c5, ..c6, ..Sbd7, ..a6 und sogar ..b6. Welchen davon man wählt, ist eher Geschmackssache. 7.h3 e5 8.dxe5 dxe5 9.Dxd8 Txd8 10.Lg5 Te8 Das ist unnötig. Nach [10...Le6 11.Tad1 (11.Sd5? Sxd5 12.Lxd8 geht nicht wegen 12...Sf4 ; 11.Tfd1 h6 12.Le3 Se8 13.Sd5 Sd4 sieht für Schwarz auch recht gut aus.; 11.Lb5 Sd4 12.Sxe5 h6 13.Lxf6 Lxf6 14.Sg4 Lxg4 15.hxg4 Sxc2 16.Tac1 Sd4 17.Lc4 c6 ) 11...h6 12.Le3 Sb4 13.Sxe5 Sxc2 14.Lf4 Sd4 steht Schwarz schon ein wenig besser] 11.Lxf6 Lxf6 12.Sd5 Ld8 13.Lb5 Ld7 14.Tfd1 Tc8 15.Sf6+ Weiß bleibt seiner Linie treu. Mit Sc3 ..,Se3 .. oder sogar Sb4 hätte er Ralf weit größere Probleme stellen können. 15...Lxf6 16.Txd7 Sb8!

1/2 - 1/2













Brett 6

Feldmann, Bernd (1829) - Bötticher, Andreas (1530)

[D53]

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 d5 4.Lg5 Le7 5.Sf3 h6 6.Lh4 b6 7.Se5 [7.e3 0-0 8.cxd5 Sxd5 9.Lxe7 Dxe7 10.Ld3 ; 7.cxd5 exd5 8.e3 0-0 9.Ld3 c5 10.Se5 Lb7 ] 7...0-0 8.cxd5 Sxd5 9.Lxe7 Dxe7 10.Tc1 [10.Sxd5 exd5 11.e3 c5 12.Le2 Sd7 ] 10...Lb7 11.Dc2 c5 12.Sxd5 Lxd5 [12...exd5! 13.e3?! cxd4 14.Dc7 Te8 15.Lb5 Sa6 ] 13.dxc5 Dxc5 14.Dxc5 bxc5 15.b3 [15.Txc5! Lxa2 16.e4 f6 17.Sd3 ] 15...Tc8 [15...a5! 16.Txc5 a4 17.f3 axb3 18.axb3 Lxb3 ] 16.f3 f5 17.e3 a5 18.Ld3 Sa6 19.e4 fxe4 20.fxe4 Lb7 21.0-0 Nun endlich steht Weiß klar besser! 21...Sb4 22.Lc4 Te8 23.a3 Sa6 24.Tf7 Lxe4 25.Lxa6 Txa6 26.Txc5 Ld5?? [26...Tf8 ] 27.Tcc7

1 - 0













Brett 7

Lotze, Andreas (1609) - Kunze, Heinz (1701)

[E94]
 

1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.c4 Lg7 4.Sc3 d6 5.e4 0-0 6.Le2 Sbd7 7.0-0 e5 8.d5 Sc5 9.Sd2 a5 10.f3 a4 11.Sdb1 Sh5 12.Le3 Sf4 13.Kh1 Sxe2 Köngsindische Stellungen sind fast immer schwer zu bewerten. Aber der Abtausch des starken Springers gegen den "Bauernersatz" auf e2 musste nun wirklich nicht forciert werden. Wenn schon nicht Hazard mit [13...f5 so konnte doch mit z.B.; 13...Ld7 die Entwicklung vorangetrieben werden. Der schwarzfeldrige Läufer ist viel zu wertvoll, um gegen einen der schwarzen Springer getauscht zu werden.] 14.Sxe2 b6 15.Sa3 Ld7 16.Sc3 f5 17.Dc2 f4 Nun rollt der schwarze Königsangriff! 18.Lg1 Das verschenkt ein Tempo. [18.Lxc5 ] 18...g5 19.Sab5 h5 20.Lxc5 bxc5 21.Tf2 Den Bauern auf a4 zu nehmen kostet 2 Tempi. Aber der Turm steht nun auch ungünstig! 21...g4 22.g3? Das ist die pure Verzweiflung! [22.Te2 h4 23.Sxa4 h3 24.gxh3 gxf3 25.Tf2 Lxh3 26.Txf3 Lg4 27.Tff1 Kh7 28.Dg2 Dd7 29.Sac3 Lh3 war auch nicht gerade erstrebenswert.] 22...fxg3 23.hxg3 gxf3 24.Th2 Lg4 25.Df2 De7 26.Sd1 Tf7 27.Se3 Dg5 28.Te1 Lh6 29.Sc3 Ld7 30.Scd1 Taf8 31.Tg1 Lg4 32.Te1 Tg7 33.Sxg4 Dxg4 34.Tg1? [34.Th4 war sicherlich stärker. 34...Dg6 (34...Dxg3 35.Dxg3 Txg3 36.Tg1 Tg7 37.Txh5 ) 35.Dh2 Ld2 36.Tf1 Tff7 37.Dh3 Dxg3 38.Dxg3 Txg3 39.Txh5 Tfg7 40.Th2 Lf4 41.Th4 Lg5 42.Th5 Kf7 43.Sc3 Kg6 44.Th8 Lh6 45.Kh2 Kh5 46.Sd1 Tg2+ 47.Kh1 T2g4 48.Tf2 Txe4 49.Th2+ Kg5 50.T2xh6 Te1+ 51.Kh2 Txd1 52.Kg3 e4 53.Th5+ Kf6+ 54.Kf4 f2 55.Tf5+ Ke7 gewinnt aber schließlich auch.] 34...Dxe4 35.Txh5 Lg5 [35...Th7 ] 36.g4 Dxc4 37.Dh2 De4 [37...Dxd5 geht natürlich auch.] 38.Sf2 Dg6 39.Sh3 Le3 40.Sf2 Tf4 41.Dh4 Lxf2

0 - 1













Brett 8

Mäurer, Michael (1643) - Gast, Benedikt (1500)

[A45]

1.d4 Sf6 2.f4 d6 3.Sf3 Sbd7 4.Sc3 c6 5.e4 Dc7 6.e5 Sd5 7.Sxd5 cxd5 8.Ld3 Infolge des passiven Spiels seines jungen Gegners hat Michael eine überlegene Stellung erreicht. Hier war auch schon [8.e6 fxe6 9.Sg5 möglich, z.B. 9...Sf6 10.Lb5+ Ld7 11.Sxe6 Da5+ 12.Ld2 Db6 13.a4+/- ] 8...e6 9.0-0 Le7 10.c3 Ein völlig überflüssiger Schema-Zug! 10...0-0 11.Kh1?! gleich [11.De1 ] 11...b6 12.Le3 Wozu? 12...Lb7 13.g4 schwächt nur die Stellung! 13...dxe5 14.fxe5 f6! konsequent! 15.Lf4?! Jetzt sollte Weiß wenigstens mit [15.Dc2 fxe5 16.Lxh7+ Kh8 17.Dg6 Sf6 18.Sg5 Ld6 19.Sxe6 De7 20.Sxf8 Txf8 21.Lg5 La6 22.Tf2 exd4 23.cxd4 seine letzte Gewinnchance wahrnehmen, aber das ist alles schon sehr kompliziert!] 15...fxe5 16.Sxe5 Ld6 17.De2 mit völligem Ausgleich, deshalb ist der Remisschluss gerechtfertigt.

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Die Kommentare und Analysen entsprechen dem Wissensstand des Verfassers und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit.

(Analyse: Tilo Schulz / Uwe Essegern)

 

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letzte Aktualisierung dieser Seite:    28. Januar 2012