7.  Spieltag  am  13. 02. 2011  in  Bad Salzungen


Brett Züge Bad Salzungen   (1776) DWZ 6 : 2 Benshausen   (1632) DWZ
1 18 Schulz, Tilo 1897 0,5 : 0,5 Lapp, Thomas 1862
2 71 Essegern, Kurt 1979 1 : 0 Leyh, Hans-Joachim 1704
3 65 Essegern, Uwe 1848 1 : 0 Mägdefrau, Rene 1632
4 29 Feldmann, Bernd 1817 0,5 : 0,5 Schneider, Reinhard 1576
5 21 Wiefel, Erik 1733 0,5 : 0,5 Lüders, Günther 1677
6 28 Kunze, Heinz 1677 1 : 0 Langenbein, Joachim 1583
7 15 Wirsing, Frank 1633 0,5 : 0,5 Büchel, Helmut 1433
8 43 Mäurer, Michael 1628 1 : 0 Frank, Gerhard 1589

-   zu den Partien   -


Mit den Schachfreunden aus Benshausen trat der punktgleiche Tabellenzweite bei uns an. Aber die Mannschaft von Thomas Lapp hatte etwa das gleiche Pech wie wir in Steinbach – Hallenberg. Sie musste zwei Stammspieler ersetzen, während wir in stärkster Besetzung antreten konnten. Die Reservespieler waren übrigens keine heurigen Hasen. Dr. Büchel nahm Frank einen halben Punkt ab und Gerhard Frank setzte Michael für mehrere Stunden ordentlich unter Druck, aus dem dieser sich nur ganz allmählich befreien konnte. Am Salzunger Sieg gab es kaum Zweifel, aber er fiel ein wenig höher aus als erwartet.

Verlauf

Der Ergebnisreigen begann, wie fast immer bei uns, mit Remisen. In einem von beiden Seiten vorsichtig behandelten Damengambit erreichten Dr. Büchel und Frank eine völlig ausgeglichene Stellung und schlossen bald Frieden.

0,5 : 0,5

In einem relativ anspruchslosen Damenbauernspiel spielten Dr. Günther Lüders und Erik zielstrebig auf Ausgleich. Nachdem auf der c- Linie alle Schwerfiguren abgetauscht waren, einigte man sich auf Remis.

1 : 1

Holländisch im Anzug ist schon einige Zeit die von Thomas Lapp bevorzugte Waffe mit Weiß. Mit 1. .. g6 und 2. ..Lg7 bot ich ihm alle Möglichkeiten: er hätte Königsindisch oder einen scharfen Pirc spielen können, aber er bevorzugte einen Stonewall-Aufbau. So konnte ich in aller Ruhe meine Läufer fianchettieren, mit 9. .. Te8 und 10. ..e5 meinen Einfluss auf das Zentrum erhöhen und schließlich den ersten Angriff mit 11. ..e4, 12. ..d5 und 13. ..h6 abwehren. Anstatt meine gute Stellung weiter auszubauen, stürzte ich mich in ein taktisches Abenteuer, bei dem ich, auch weil ich die immer noch guten Möglichkeiten meiner Stellung nicht zu nutzen verstand, zweiter Sieger blieb. Am Ende verschaffte sich Thomas die Möglichkeit, einer Riesenspringer auf e5 zu installieren. Inzwischen war mir klar geworden, dass ich mehrmals nur zweitbeste Züge gemacht hatte, und bot Remis an. Thomas erkannte, dass ihm ein noch so schöner Springer auf e5 allein herzlich wenig nützt, wenn er seinen Damenflügel nicht vernünftig entwickeln kann, und nahm nach 2,5 Stunden Spielzeit an.

1,5 : 1,5

Heinz bekam gegen Joachim Langenbein einen klassischen Spanier mit 3. ..Lc5 auf das Brett. Da Joachim sehr passiv spielte, bekam Heinz ein starkes Zentrum und erhebliches Druckspiel. Nachdem er eine Figur gewonnen hatte, brachte er sich durch einen unbedachten Zug selbst noch einmal in Schwierigkeiten. Aber seine gute Stellung gab noch einen Rettungszug her. Sein Gegner hatte mit einem Zwischenzug Pech, denn der kostete noch eine Qualität. Mit einem Turm mehr war der Gewinn dann auch nicht mehr schwer.

2,5 : 1,5

Bernd spielt gegen Reinhard Schneider sein ruhiges Damenbauernspiel mit 3.Lg5 .., beide entwickeln zunächst ein paar Figuren, bis Reinhard mit 7. ..b6 seine weißen Felder schwächt. Bernd spielt zwar zunächst 8.Lb5 .., zieht den Läufer auf 8. ..a6 nach e2 zurück. Mit dem Tempoverlust 16. ..Dg5? verpasst Reinhard die Chance zu ..e5! mit deutlich besserem Spiel. Bei festgefahrenem Zentrum postiert Bernd einen Turm auf h3, der aber ohne die Unterstützung weiterer Figuren nichts ausrichten kann. Weiß muss aufpassen, dass er nicht am Damenflügel überrannt wird. Remis!

3 : 2

Michael spielt gegen Gerhard Frank seinen Stonewall-Aufbau, der diesmal mit ..g6 und ..Lg7 behandelt wird. Als Michael die Schwächung 13. ..b5 mit 14.a4 .. auszunutzen versucht, gibt sein Gegner kurzerhand den Bauern, um anschließend Druck auf den weißen Damenflügel aufzubauen. Michael verteidigt sich geduldig und ist im Begriff, den Druck abzuschütteln, als Gerhard Frank die Qualität einstellt. Der Rest ist eine Sache der Technik.

4 : 2

Uwe manövriert in seinem Königsinder gegen Rene Mägdefrau so lange geschickt, bis diesem mit 12. d5 .. ein kleiner Fehler unterläuft. Dann wählt er von zwei Möglichkeiten, einen Bauern zu gewinnen, die kompliziertere Variante. Nachdem er mit einem gesunden Mehrbauern aus den Verwicklungen herausgekommen ist, verteidigt sich Rene nicht besonders geschickt ( z.B.26.Tb1!.. ausgelassen) und steht kurze Zeit später mit einem total zerschlagenen, nicht verteidigungsfähigen Bauernhaufen da. Den technischen Teil der Sache erledigt Uwe routiniert.

5 : 2

Kurt kommt in einem Najdorf – Sizilianer zur Ideal – Aufstellung. Nach 9. 0-0-0 .. entkorkt Hans-Joachim Leyh das überscharfe .. e6-e5. Kurt überlegt lange, um dann auf e5 zu schlagen. Hans- Joachim nimmt auf e5 wieder. Schade! So entgehen uns die schönen Varianten nach 10. ..Lg4. Im 12. Zug überlegt er wieder lange, Lh6.., Lc4.., Dg3.. mit Glanzpartien- Ambitionen stehen im Raum- und entscheidet sich für den Mehrbauern. Die Transformation vom 6-Schwerfiguren-Endspiel zum ebenso schwierigen Turm-Endspiel gelingt. Am Ende siegt auch die bessere Technik.

6 : 2


Fazit

Wir hatten unsere gesamte Truppe an Bord – und keiner hat verloren. Das ist auch eine Stärke von uns. Von bisher 72 Partien wurden nur 4 verloren, das sind 5,6%. Die vier Siege waren alle erkämpft. Unsere Führung haben wir ein wenig ausgebaut. Für die letzten beiden Runden in Eisenach und gegen die Suhler Zweite würden theoretisch schon knappe Siege reichen, aber Siege müssten her. Genug spekuliert! Was wissen wir, wen wir in den restlichen Runden an die Bretter bringen?
Vielleicht hilft uns ja unser gesunder Optimismus. Ein wenig mehr und besseres Training wäre aber auch nicht schlecht!
 

Tilo Schulz


 

Von einem bevorstehenden Kampf Tabellenerster gegen den Zweiten sind an den Brettern 1 und 2 keine Anspannungen zu sehen.   Verschnupft und kaum spielfähig - Bernd musste sich an diesem Sonntag quälen.   Heinz (rechts) weiter ungeschlagen - das wird doch keine Serie werden...?

 


 

Was gab es zu sehen?   -   Die Höhepunkte des Tages im Überblick.

 

Brett 1   -   Tilo Schulz   (Schwarz)   Brett 2   -   Kurt Essegern   (Weiß)   Brett 3   -   Uwe Essegern   (Schwarz)

Weiß zog zuletzt 16.Sf2 und hat nach der Eröffnung einige Probleme, den Figuren Raum und Perspektive zu geben. Die Dame auf g3 sieht sehr deplatziert aus. Andererseits liegen Sprengzüge wie f4-f5 und c3-c4 in der Luft.   9... e6-e5? ist überzogen und Schwarz kommt auch durch seine Unterentwicklung in Schwierigkeiten. Das vielleicht geplante 10... Lg4 geht übrigens nicht - Weiß lässt die Dame einfach stehen und arbeitet sich mit seinem Bauern durch die feindlichen Linien!   14.Tac1 wurde gespielt und Uwe entschied sich für die nicht notwendige schwere Variante b5?! Stattdessen gewinnt mit a5 und Läuferrückzug der Springereinschlag auf d5 einen Bauern (sofort). Warum immer kompliziert, wenn es auch einfach geht?
         
Brett 4   -   Bernd Feldmann   (Weiß)   Brett 7   -   Heinz Kunze   (Weiß)   Brett 8   -   Michael Mäurer   (Weiß)

Lf3 und Remis. Weiß kann mit Th6 und h-Bauernvorstoß weiterspielen; jedoch steht Schwarz nach Sb8-c6 bereit, Lockerungsübungen am Damenflügel zu praktizieren. (Ausgang unklar)   Schwarz zieht in der Partie Df7? und verliert nach Sxb6 durch d5 eine Figur. Ungeachtet dieser Zugfolge befindet sich Schwarz bereits in einer sehr schwierigen Lage.   Mit 13... b5 zog Schwarz gerade in die weiße Schusslinie und verlor nach 14.a4 in der Folge einen Bauern. Zwar noch nicht gewonnen, aber für Michael eine Ausgangsbasis für seinen Gewinn.

 


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letzte Aktualisierung dieser Seite:   22. Februar 2011