6.  Spieltag  am  07. 02. 2010  in  Bad Salzungen


Brett Züge Bad Salzungen   (1741) DWZ 3 : 5 Vacha   (1798) DWZ
1 43 Essegern, Kurt 1989 1 : 0 Tuhacek, Christian 1923
2 24 Schulz, Tilo 1896 0 : 1 Meyer, Thomas 1883
3 52 Essegern, Uwe 1853 0 : 1 Jakob, Ralf 1975
4 23 Feldmann, Bernd 1791 0,5 : 0,5 Roth, Ralf 1845
5 41 Kunze, Heinz 1671 0,5 : 0,5 Kaden, Frank 1790
6 20 Wirsing, Frank 1663 0,5 : 0,5 Dost, Siegfried 1694
7 40 Wiefel, Erik 1705 0 : 1 Langlotz, Herbert 1643
8 19 Keilholz, Stefan 1365 0,5 : 0,5 Arnrich, Dieter 1632

-   zu den Partien   -


Es kann uns kaum trösten, ist aber wahr: mit ein ganz klein wenig Glück hätte es diesmal gegen den nominell stärksten Gegner zu einem 4 : 4 reichen können. Wir waren vor allem an den ersten Brettern, auf Kampf eingestellt, was die Partien deutlich zeigen. Ralf Jakob hätte es unter den gegebenen Bedingungen wahrscheinlich nicht geschafft, die von Uwe leider ein wenig zu früh aufgegebene Partie zu gewinnen. Das zeigt die Analyse von Kurt. Allerdings ist Uwe deshalb kein Vorwurf zu machen, denn am Brett glaubten wir fast alle an einen weißen Sieg. Noch ein paar Züge den eingeschlagenen Weg verfolgt, und die Schwierigkeiten bei der Realisierung des Vorteils hätten sich gezeigt. (Eine studienhafte Rettung war möglich - diese am Brett zu finden ist aber eine andere Sache.) Viel klarer war der Fall allerdings bei Frank Kaden gegen Heinz. Wenige Züge vor Schluss hatte Heinz eine haushohe Gewinnstellung und Frank war außerdem in Zeitnot. Ein paar einfache, selbstverständliche Züge, und der Gewinn wäre perfekt gewesen. Aber Heinz fing ohne Not plötzlich an zu grübeln, brachte sich selbst auch in Zeitnot und ließ sich noch beschwindeln. Schade!

Verlauf:

Zunächst einmal wurden einige Remisen geschlossen:

Frank gegen Siegfried Dost 0,5 : 0,5

Stefan gegen Dieter Arnrich! (Bravo!) 1 : 1

Bernd nimmt das Angebot von Ralf Roth an. 1,5 : 1,5

Tilo lässt sich wieder auf die scharfe Meraner Variante ein (wenn man gewinnen will, muss man etwas riskieren) und landete wieder in einer ihm unbekannten Stellung; verpasste im 13. (0-0) und 14. (Sxb5) Zug die besten Fortsetzungen und findet im 16. schließlich den Verlustzug. Soviel zum Thema Spiel auf Gewinn. Am Ende half dann auch eine erfindungsreiche Verteidigung nichts mehr.

1,5 : 2,5

Leider war das nicht der einzige Verlust. Erik steht längere Zeit gut bis sehr gut, ist dann ein wenig fahrlässig bezüglich der Gegenüberstellung von Db3 und Kg8, nutzt in der Folge die in der Stellung steckenden Verteidigungsmöglichkeiten nicht optimal, kann sich aber halten. Nach mehreren schwächeren Zügen, die die Stellung aber noch nicht ganz verderben, kommt Herbert Langlotz nach und nach in Positionsvorteil. Nach dem Selbstmordzug 34. ..Se4 ist die Partie verloren.

1,5 : 3,5

Infolge des außerordentlich passiven Spiel seines Gegners kann Kurt schnell eine überlegene und bald auch bedrohliche Stellung aufbauen. Christian Tuhacek bringt ein „Besänftigungs-Bauernopfer und versucht dann die Linien zu verstopfen. Mit einem schönen Springeropfer und der anschließenden Pointe ..h3! erreicht Kurt eine völlige Lähmung der gegnerischen Figuren und kann aus einer Vielfalt von Möglichkeiten die Entscheidung durch den Einsatz seiner Bauernwalze am Königsflügel herbeiführen. Eine sehr schöne Partie!

2,5 : 3,5

Ähnlich wie an Brett 2 hat sich auch Uwes Gegner Ralf Jakob etwas ausgedacht. Nach der Zugumstellung 5. Le2 und 6.Sf3 .. ist sofortiges 6. ..e5 nicht mehr so gut. Uwe löst das Problem der unangenehmen Fesselung mit einem Qualitätsopfer und erreicht bald gleiches Spiel. Leider nutzt er dann nicht seine besten Möglichkeiten (22. ..f3!) und muss sich nach dem erzwungenen Tausch seines letzten Turms verteidigen, was er sehr geschickt tut. Leider erliegt er wie fast alle anderen im Saal der Täuschung, die Stellung sei verloren, und gibt enttäuscht auf.

2,5 : 4,5

Heinz stellt sich gegen den „Orang- Utan“ von Frank Kaden solide hin und hat nach „zweitbesten“ Zügen von Weiß bald eine überlegene Stellung. Er lehnt ein frühes Remisangebot ab und verstärkt seine Stellung weiter. Es gelingt ihm, seinen Springer auf d3 einzunisten und nach einer weißen Ungenauigkeit einen Bauer zu gewinnen. Sein Zentrum wird nun so bedrohlich, dass Frank eine Qualität opfert, um nicht sofort unterzugehen. Leider reicht bei Heinz nun die Kondition nicht. Er spielt nicht die einfachen Züge, verhaspelt sich und lässt den Gegner ins Remis entkommen.

3 : 5   Endstand


 

Fazit:

Nachdem Kurt meinen Verlust durch seinen Sieg ausgeglichen hatte, hatten wir genügen Möglichkeiten, ein deutlich besseres Ergebnis zu erzielen. Mit vernünftigem Training wären unsere Schwächen vielleicht zu reparieren. Ich habe jedenfalls keine Lust, in Zukunft als Anwärter für die Bezirksklasse gehandelt zu werden.

Tilo Schulz


 

Kampfbetontes Schach an den ersten beiden Brettern. Frank (links) mit einem schnellen Remis. Stefan (rechts) holt sich einen halben Zähler.

 


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letzte Aktualisierung dieser Seite:   10. Februar  2010