3.  Spieltag  am  22. 11. 2009  in  Schmalkalden


Brett Züge Schmalkalden   (1778) DWZ 5 : 3 Bad Salzungen   (1742) DWZ
1 21 Klingler, Lutz 1945 0,5 : 0,5 Essegern, Kurt 1989
2 34 Bamberg, Alexander 1811 0,5 : 0,5 Schulz, Tilo 1896
3 42 Lesser, Thomas 1748 0,5 : 0,5 Essegern, Uwe 1853
4 31 Pastowski, Andre 1646 0,5 : 0,5 Feldmann, Bernd 1822
5 29 Krannich, Steffen 1688 0,5 : 0,5 Kunze, Heinz 1671
6 41 Burkhardt, Christian 1710 0,5 : 0,5 Wiefel, Erik 1700
7 38 Weigend, Joachim 1836 1 : 0 Mäurer, Michael 1589
8 41 Müller, Siegfried 1846 1 : 0 Feldmann, Susanne 1422

-   zu den Partien   -


Mit dem kurzfristigen Ausfall von Frank Wirsing verschlechterte sich unsere Ausgangssituation in Schmalkalden ganz erheblich. Unsere dünne Spielerdecke lässt schon das Fehlen eines einzigen Stammspielers gegen die stärkere Konkurrenz zur Katastrophe werden. Mit der Aufstellung ihrer fast stärksten Spieler an den Brettern 7 und 8 waren dort Schmalkalder Siege vorprogrammiert. Mit Erik und Michael an den letzten beiden Brettern wäre die Aufgabe nicht so leicht zu lösen gewesen.
So ging die Taktik unserer Gegner vollständig auf: an den Brettern 1 - 6 Remisen abklammern und an 7 und 8 gewinnen. Es wäre notwendig gewesen, dass jemand von uns gewinnt, aber wer?

Verlauf:

An Brett 1 kam Lutz Klingler in der „Caro-Kann-Variante“ des Königsfianchettos zu sehr bequemem Spiel. Das Remisangebot im 9. Zug entsprach der oben geschilderten Taktik. Nach einer halben Stunde:

0,5: 0,5

Weitere frühe Remisangebote wurden von unseren Spielern zunächst einmal abgelehnt.
An Brett 8 hatte sich Susanne mit Schwarz solide aufgestellt und konnte zunächst ungefährdet mithalten. Eine ungenügend durchdachte Aktivität (..f5) kostete sie zunächst einen Bauern und nach 3 Stunden Spielzeit die Partie.

1,5 : 0,5

An Brett 5 wechselte Heinz clever von Skandinavisch nach der Panow-Variante des Caro-Kann, spielte dann aber nicht energisch genug ( 5.Sc3 .. und 6.Db3 .. waren angesagt). Steffen Krannich kam so zum leichten Ausgleich und hatte nach 29 Zügen das Ziel, Remis erreicht.

2 : 1

An Brett 2 hatte Tilo die alte Philidor-Verteidigung vorbereitet und staunte nicht schlecht, als Alexander Bamberg hier die als beste Möglichkeit für Weiß von Keres empfohlene Abwicklung ohne Schwierigkeiten abspulte. Um eine frühzeitige Verflachung mit hoher Remistendenz zu vermeiden, wählte Tilo nun eine zweitklassige Fortsetzung, gestattete damit Alexander, eine klar bessere Stellung aufzubauen und musste in dieser Phase das erwartete Remisangebot ablehnen. Nach Öffnung des Spieles mit Entlastung für Schwarz wahrte Weiß mit 17.Se5! .. seinen Vorteil. Die Verteidigung des Schwachpunkts d5 bereitete Probleme, die schließlich mit dem Vorstoß des Bauern bis nach d3 beendet wurden. Im entstehenden Schwerfiguren-Endspiel waren nun aber sowohl die weißen als auch die schwarzen Figuren auf diesen Bauern konzentriert. Remis durch Zugwiederholung (ständige Verfolgung der weißen Dame durch einen schwarzen Turm) war die logische Folge- Ziel (Sieg) nicht erreicht.

2,5 : 1,5

Auch Bernd an Brett 4 konnte seine zeitweilig guten Chancen nicht zum Sieg nutzen. Seine taktischen Finessen hatten keine Durchschlagskraft und führten am Ende nur zu völligem Ausgleich.

3 : 2

Erik an Brett 6 hatte die Eröffnung schlampig gespielt ( 5. ..dc4:?, 8. ..Se4??,8. .. Lg6 war gut genug!) und einen Bauern verloren. Durch energisches Spiel verschaffte er sich jedoch volle Kompensation. Mehr als Remis war aber auch hier nicht zu erreichen.

3,5 : 2,5

Brett 7: Einer der Nachteile des Ausfalls von Frank war es, dass Michael mit Weiß spielen „durfte“. Sein Caro-Kann ist bei weitem solider als sein weißer Stonewall. Jochen baute sich dagegen solide und nicht allzu ambitioniert auf, so dass Michael eigentlich nichts zu fürchten gehabt hätte, wenn er nicht schon im 7.Zuge einen groben strategischen Bock geschossen hätte. Nach dem richtigen 7.Se5.. hätte Schwarz keine Chance gehabt, sich die c-Linie zu öffnen. Mit mehreren „zweitbesten“ Zügen in der Folge starb er an den strukturellen Schwächen seines Stonewalls.

4,5 : 2,5

Uwe an Brett 3 hatte wohl von uns die besten Chancen auf einen Sieg, er spielte ideenreich und brachte Thomas Lesser, der vom ersten Zug an auf Remis spielte, in einige Schwierigkeiten. Leider war die Gewinn- Idee mit La6 .. und Lb8 .. nicht tragfähig. Es entstand ein Endspiel mit ungleichen Läufern, das nicht mehr zu gewinnen war.

5 : 3   Endstand

 

 

Fazit:


Angesichts der Tatsache, dass wir wohl nur sehr selten und auch nicht zu den entscheidenden Runden unsere Stammaufstellung ans Brett bringen werden, kann das Thema Aufstieg wohl schon zu den Akten gelegt werden. Es hätte einer Energieleistung bedurft, um an den Brettern 2-6 2 oder gar 3 Partien zu gewinnen. Dazu waren wir nicht fähig!

Tilo Schulz


 

Positionell überspielt und Verlust: Michael (links) am Brett 7. Viel versucht, aber ohne Erfolg: Tilo (links) am Brett 2. Hatte am letzten Brett den zweitstärksten Gegner erhalten: Susanne konnte nicht Paroli bieten.

 


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letzte Aktualisierung dieser Seite:  21. Dezember 2009