| Brett | Züge | Ammern (1935) | DWZ | 5,5 : 2,5 | Bad Salzungen (1832) | DWZ |
| 1 | 74 | Moise, Adrian | 2169 | 1 : 0 | Essegern, Kurt | 1979 |
| 2 | 49 | Dawydow, Alexej | 1940 | 1 : 0 | Hübschmann, Holger | 1915 |
| 3 | 43 | Kampfhenkel, Ulrich | 2001 | 0,5 : 0,5 | Schulz, Tilo | 1870 |
| 4 | 24 | Wegerich, Michael | 1998 | 1 : 0 | Essegern, Uwe | 1876 |
| 5 | 44 | Kurze, Christoph | 1890 | 0,5 : 0,5 | Roth, Ralf | 1843 |
| 6 | 31 | Schorch, Rüdiger | 1915 | 1 : 0 | Feldmann, Bernd | 1829 |
| 7 | 43 | Feigel, Andreas | 1753 | 0 : 1 | Kunze, Heinz | 1701 |
| 8 | 21 | Hentrich, Jörg | 1816 | 0,5 : 0,5 | Mäurer, Michael | 1643 |
- zu den Partien -
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Im Sporthotel von Mühlhausen standen wir vor einer ungleich schwereren Aufgabe als in der ersten Runde. Die Voraussage einer notwendigen Schadensbegrenzung erwies sich als durchaus berechtigt. Wir haben fast alle vorbildlich gekämpft und unser Bestes gegeben, waren aber vor allem an den Brettern in der ersten Hälfte einfach nicht stark genug. Wir sollten es nicht versäumen, unseren Mühlhäuser Kontrahenten zur Tabellenführung zu gratulieren! Die hohe Niederlage erscheint zwar ein wenig unglücklich, das Debakel ist aber zu verschmerzen. Wir liegen ja seltsamerweise immer noch auf Platz vier der Tabelle, woraus hervorgeht, dass mit Ausnahme der beiden an der Tabellenspitze jeder jeden schlagen kann. Verlauf An Brett 8 hatte Michael mit Jörg Hentrich einen erfahrenen und nominell sehr viel stärkeren Gegner. Aber er spielte sein sicheres Caro-Kann, konnte die nicht ganz durchdachten weißen Angriffsversuche souverän abwehren und erhielt die klar bessere Stellung. Wer weiß, dass Michael am Vorabend eine Spätschicht fahren musste und dann noch die strapaziöse Fahrt von Offenbach nach Bad Salzungen auf sich nahm, um in Mühlhausen anzutreten, wird verstehen, dass er das Remisangebot seines Gegners angenommen hat. Eine gute Leistung, Michael! Du solltest immer Schwarz spielen. 0,5 : 0,5 Nach knapp drei Stunden fiel die erste Entscheidung. Michael Wegerich stellt sich gegen Uwes Pirc-Verteidigung sehr zurückhaltend auf. Leider nutzte Uwe die sich daraus ergebenden Möglichkeiten nicht und reagierte so passiv, dass Michael mit einem riesige Zentrum zum Angriff übergehen konnte. Die sich aus der notwendigen Verteidigung ergebenden Felderschwächen ließen sich nicht mehr reparieren und führten schließlich zu entscheidendem Materialverlust. 1,5 : 0,5 Nicht lange danach fiel die Entscheidung an Brett 7. Heinz lehnte in einer scharfen Skandinavischen Verteidigung ein zu unklarem Spiel führendes Bauernopfer seines Gegners ab und geriet so in ein Abspiel der französischen Abtauschvariante. In der Folge spielte er nicht genau genug und gestattete seinem Gegner ein chancenreiches Spiel auf Gewinn, das dieser aber nicht nutzte. Dessen phantasievolles und ideenreiches Spiel führte nur zum Ausgleich. Das Remis schien vorgezeichnet. Aber Heinz leistete sich beim Streben nach Gewinn mit 26.Lf5?? .. einen groben Bock, der zum sofortigen Verlust führen sollte. Doch Andreas Feigel sah es nicht, spielte in der Folge „Angsthäschenschach“ und verlor das Endspiel. Viel Glück gehabt, Heinz! 1,5 : 1,5 An Brett 6 stellte sich Rüdiger Schorch Katalanisch auf. Bernd lenkte mit 5. ..Se4 und 9. ..f5 in den Holländischen Stonewall ein. Mit 10. ..g5 und 12. ..gxf4! verschaffte sich Bernd Angriffschancen auf dem Königsflügel. Mit 16. ..Ld6! hätte er seinen Angriff chancenreich fortsetzen können. Erst die fahrlässige Schwächung der weißen Felder in der eigenen Königsstellung und das Auslassen des letzten Rettungszuges 26. ..Df5! führten, nachdem nach 27. ..e5?? auch noch der weiße Läufer in die Stellung hineinleuchten durfte, zum fröhlichen Matt-Treiben... 2,5 : 1,5 An Brett 5 eröffnete Ralf mit „Grünfeldindisch im Anzug“. Christoph Kurze antwortete mit einem Stonewall, was im Endeffekt zu einem Doppelturm-Endspiel führte. Nachdem Schwarz am Damenflügel und Weiß im Zentrum durchgebrochen war, ergab sich ein Remis durch erzwungene Zugwiederholung. 3 : 2 An Brett 3 war die Seniorenbegegnung angesagt. Ich hatte mir vorgenommen, mich diesmal nicht wieder von Ulrich Kampfhenkel in der Eröffnung überraschen zu lassen und spielte zum ersten Male in meiner Turnierpraxis Schottisch als Weißer. Eine uralte, als ungefährlich geltende Variante brachte meinen Gegner wenigstens zu einem halbstündigen Nachdenken. Er spielte eine von Bronstein empfohlene positionelle Variante, und ich ließ prompt den stärksten Zug 8.Sd2 aus. Danach ergab sich eine ungefähr gleichwertige Stellung. Beide versuchten nun die Vorzüge ihrer Stellung zur Geltung zu bringen. Im Endspiel hatten wir dann für die letzten 10 Züge vor der Zeitkontrolle nur noch wenige Minuten, was neben wechselseitig abgelehnten Remisangeboten auch zu Ungenauigkeiten auf beiden Seiten führte. Der Remisschluß nach überstandener Zeitkontrolle war „leistungsgerecht“. 3,5 : 2,5 Alexej Davidow wählte gegen Holger in der Französischen Nimzowitsch-Variante das scharfe 7.Dg4 .. . Die schwarze Auswahl an Zügen ist groß. Anstelle des zu seinem Stil passenden 7. ..0-0 wählte er das zweifelhafte 7. ..Sg6 was ihm eine schwierige Verteidigung auferlegte. Obwohl er sich noch lange erfindungsreich verteidigte, konnte Holger die strukturellen, besonders die schwarzfeldrigen Schwächen seiner Stellung nicht beseitigen. Der Versuch, die eingesperrten Figuren mit ..f6 und .. e5 zu befreien, führte zum sofortigen Zusammenbruch. 4,5 : 2,5
Am Spitzenbrett spielte Dr. Adrian Moise gegen Kurt
Skandinavisch mit ..c6 und .. Lf5. Er stellte sich einfach hin, ließ
sich sogar seinen weißfeldrigen Läufer abtauschen und ließ Kurt kommen.
Im 20. Zug hätte Kurt das Läuferpaar wohl besser behalten. Schwarz
provozierte zielgerichtet eine Schwächung des weißen Damenflügels,
tauschte dann die Damen und befand sich immer noch in einem
gleichwertigen Endspiel. Der „Fehltritt“ 33.La2 .. bot dem Schwarzen die
ersten Chancen und kostete den ersten Bauern. Kurt verteidigte sich zäh
und verpasste im 68. Zuge tatsächlich noch eine Remischance! Nach mehr
als 5 Stunden musste Kurt schließlich aufgeben. Sein Gegner hat zwar
einen einzigen positionellen Fehler gnadenlos bestraft, aber auch
Schwächen bei der Realisierung seines Vorteils gezeigt. Fazit Was können wir aus der hohen Niederlage lernen? Vor allem, und das gilt diesmal mit Ausnahme von Michael, der eine tadellose Partie gespielt hat, für uns alle, wir müssen wieder genauer spielen. Wir sind nicht mehr in der Bezirksliga. Selbst unser einziger Gewinner Heinz hatte zwischendurch ein paar Züge lang eine Verluststellung. Kurt und Uwe sind nach positionellen Fehlern fast mühelos ausgespielt worden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass bei Kurt ein endloses „meisterliches“ Lavieren vorausging und Kurt sich noch stundenlang verteidigen konnte. Holger kam nicht vernünftig aus der Eröffnung, Bernd hatte zwischendurch die besseren Chancen und hat sich alles durch die Schwächung der weißen Felder um seinen König verdorben. Ralf und ich haben zwar Remisen erreicht, aber bessere Chancen ausgelassen. Der Tabellennachbar Meiningen ist unser nächster Gegner. Nur wenn wir besser spielen als in Mühlhausen, können wir gewinnen.
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| Mit Schwarz gar nicht ins Spiel gekommen - Holger Hübschmann. | Wer hätte das gedacht - 2 aus 2 beim Start in der Landesklasse: Heinz Kunze. | Das ewig junge Duell der Altmeister - und immer noch keine Entscheidung... (T. Schulz gegen U. Kampfhenkel) |
Was gab es zu sehen? - Die Höhepunkte des Tages im Überblick.
| Brett 1 - Kurt Essegern (Weiß) | Brett 1 - Kurt Essegern (Weiß) | Brett 1 - Kurt Essegern (Weiß) |
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| In Zeitnot wurde hier h3 gespielt. Besser war es sicherlich, mit c5 den Bauern b7 festzusetzen. | Kd5? wurde gerade gespielt. Schwarz hätte mit Ta4 die Partie sofort beenden können. | Letzte (versäumte) Chance für Weiß: statt Td4+ geht Lxg7 mit praktischen Remismöglichkeiten. |
| Brett 3 - Tilo Schulz (Weiß) | Brett 6 - Bernd Feldmann (Schwarz) | Brett 7 - Heinz Kunze (Weiß) |
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| Frech wäre hier statt cxd3 das Qualitätsopfer auf f6 gewesen... ! | Selbstmord nach e5 - man hätte sogar stattdessen Kf6 spielen können (mit Flucht auf den anderen Flügel). | Schwarz spielt in ausgeglichener Stellung h5 und verliert nach Te6+. |
letzte Aktualisierung dieser Seite: 13. November 2011