1.  Spieltag  am  18. 09. 2011  in  Bad  Salzungen


Brett Züge Bad Salzungen   (1832) DWZ 5,5 : 2,5 Breitenworbis   (1720) DWZ
1 63 Essegern, Kurt 1979 1 : 0 Bötticher, Heinz-Wilfried 1810
2 24 Hübschmann, Holger 1915 0,5 : 0,5 Klaus, Christian 1852
3 11 Schulz, Tilo 1870 0,5 : 0,5 Gast, Rainer 1960
4 14 Essegern, Uwe 1876 0,5 : 0,5 Leibeling, Lucian 1832
5 16 Roth, Ralf 1843 0,5 : 0,5 Biel, Peter 1672
6 27 Feldmann, Bernd 1829 1 : 0 Bötticher, Andreas 1530
7 41 Kunze, Heinz 1701 1 : 0 Lotze, Andreas 1609
8 17 Mäurer, Michael 1643 0,5 : 0,5 Gast, Benedikt 1500

-   zu den Partien   -


Unser erstes Heimspiel in der Landesklasse war von uns mit Spannung erwartet worden. Unser Gegner, wie wir ein "Anwärter auf einen Nichtabstiegsplatz", war uns aus früheren Begegnungen schon bekannt. Infolge unserer Verstärkungen durch Holger Hübschmann und Ralf Roth mussten wir in dieser Begegnung als Favorit angesehen werden. Aber es sah längere Zeit nicht so aus.

Verlauf

An Brett 5 hatte sich Peter Biel gegen Ralf betont zurückhaltend aufgebaut. Nach einem frühen Damentausch versuchte er mit 10.Lg5 Ralf nach königsindischen Mustern unter Druck zu setzen. Dieser erkannte seine taktischen Möglichkeiten nicht und wählte anstatt 10. ..Le6 das schwächere 10. ..Te8. Nachdem er den sich daraus ergebenden Druck souverän neutralisiert hatte, wurde Frieden geschlossen.

0,5 : 0,5

Am 3. Brett wiederholten Rainer Gast und ich eine schon einmal gegeneinander gespielte Variante der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung. Meine für alle Fälle vorbereitete Verbesserung kam nicht zum Tragen, weil er vorher abwich und das Spiel verschärfte. Seine Möglichkeiten mit Läuferpaar und mehr Einfluss auf das Zentrum erschienen mir größer, so dass ich nun einiges an Bedenkzeit für eine angemessene Verteidigung investieren musste. Rainer ging es aber ähnlich. Nach fast zwei Stunden hatten wir erst 11 Züge gespielt. Mit 11. ..Dc7, was auch ein paar kleine Drohungen aufstellte, verband ich ein Remisangebot, das dann auch angenommen wurde.

1 : 1

Auch Uwes Gegner Lucian Leibeling an Brett 4 schien auf Uwes Behandlung des Sizilianers sehr gut vorbereitet. Im 10. Zuge brachte er eine neue Idee aufs Brett, die offensichtlich auf schnellen Ausgleich abzielte. Nach kurzem heftigem Handgemenge war das Ziel erreicht. Uwe, mit dem Ergebnis offensichtlich unzufrieden, nahm das Remisangebot an.

1,5 : 1,5

Am 6. Brett behandelte Bernd die Fianchetto-Variante des Damengambits seines Gegners Andreas Bötticher recht eigenwillig, stellte die Entwicklung seines Königsflügels zurück und bekam, nachdem sein Gegner das schematische 12. ..Lxd5 anstelle des für Weiß gefährlichen .. exd5 gespielt hatte, ein leicht vorteilhaftes Endspiel. Andreas spielte in der Folge mehrmals nur "zweitbeste" Züge und kam nach und nach in Nachteil. Mit dem Tausch des Bauern e4 gegen den Schwächling c5 durfte Schwarz eigentlich wieder mitspielen, aber der grobe Bock 26. ..Ld5?? ließ den entscheidenden Königsangriff zu. Nach drei Stunden und 3 Remisen der erste volle Punkt für uns.

2,5 : 1,5

Gegen den Königsindischen Aufbau von Christian Klaus stellte sich Holger an Brett 2 zunächst sehr vorsichtig auf, erreichte aber dann durch eine Reihe erfolgreicher Manöver eine leicht bessere Stellung. Diese hätte noch weiter verbessert werden können, wenn Holger nach dem strategisch wie taktisch unverständlichen Zug 18. ..Tad8 das nicht leicht zu sehende Scheinopfer 19. Sf5 gefunden hätte. Danach wurde weiter manövriert und nach Abtausch eines zweiten Bauernpärchens Remis gegeben.

3 : 2

Ebenfalls in der vierten Spielstunde endete die Partie an Brett 8. Michael konnte gegen den allzu passiv spielenden Benedikt Gast ein imponierendes Bauernzentrum aufbauen. Schon im 8. Zug hatte er Gelegenheit, mit 8.e6! und 9.Sg5 einen gefährlichen Angriff einzuleiten. Während sich Michael in der Folge eine Reihe wenig wirksamer Züge leistete, spielte sein junger Gegner nun konsequent auf die Zerstörung des weißen Zentrums. Mit 13. g4? half ihm Michael dabei. Anstelle von 15. Lf4? sollte er wenigstens e5xf6 spielen, wenn ihm der Angriffszug Dc2 zu kompliziert war. Allem Anschein nach hat er wohl erkannt, dass er nach dem mehrfachen Abtausch auf e5 in einem leicht schlechteren Endspiel landen würde, und deshalb Remis angeboten.

3,5 : 2,5

Heinz bekam in seiner Partie gegen Andreas Lotze am 7. Brett einen geschlossenen Königsinder aufs Brett. Nach 15 Zügen hatte er die Stellung auf dem Damenflügel so weit konsolidiert, dass er in aller Ruhe mit seinem Königsangriff beginnen konnte. Infolge eines unüberlegten Zuges (21.Tf2?) wurde der Angriff schnell kreuzgefährlich, was dem Gegner zunächst einmal einen Bauern auf f3 einbrachte. Es ist erstaunlich, dass Weiß noch eine Reihe Ressourcen hatte, die dem Gegner das Siegen noch schwer gemacht hätten. So wie er spielte, wurde seine Stellung regelrecht zerlegt.

4,5 : 2,5

Als letzter beendete Kurt an Brett 1 seine Partie gegen Heinz-Wilfried Bötticher. Neu bei Kurt: erließ sich auf ein Damengambit ein. In der Abtauschvariante kam er schnell zu bequemem Ausgleich. Dem Versuch, die eingeklemmte Stellung des Tf1 auf Kosten eines Bauern zu nutzen, beantwortete sein Gegner mit einer genau berechneten Zugfolge, die den Bauern behauptete. Erst bei dem aggressiven 19. ..c5 verließ ihn der Mut und er ließ den Rückgewinn des Bauern zu. Kurt verschärfte die Stellung noch einmal mit 30. ..b5 31.c5 b4, um einen entfernten Freibauern zu bekommen, aber obwohl sein Gegner die beste Fortsetzung verpasste, blieb das entstehende Springerendspiel remisverdächtig. Erst als in der fünften Spielstunde mehrfach die besten Verteidigungen ausgelassen wurden, konnte Kurt doch noch gewinnen. Kämpfen muss man!

5,5 : 2,5


Fazit

Durch die beiden Neuzugänge sind wir erheblich stabiler geworden. In keiner Partie kamen wir in Verlustgefahr. Aber wir haben auch keine Bäume ausgerissen. Keine unserer Partien verdient einen Schönheitspreis. Wir haben "normales Durchschnittsschach" gespielt und konnten uns bei frühen Remisen auf das Können unserer Mannschaftskameraden verlassen. Das ist ein gutes Gefühl. Gegen Mannschaften wie Ammern oder Ilmenau wird es wohl vor allem um Schadensbegrenzung gehen. Aber absteigen sollten wird in dieser Formation nicht.

 

Tilo Schulz


 

Auftakt zu einer neuen Saison in der Landesklasse. Die letzte Begegnung zwischen beiden Mannschaften lag 10 Jahre zurück und endete 5,5 : 2,5 für Breitenworbis.   Heinz (rechts) spielte konsequent am Königsflügel und baute seinen Vorteil schrittweise aus.   Kurt (links) profitierte von einem Endspielfehler und zog technisch sauber durch.

 

Was gab es zu sehen?   -   Die Höhepunkte des Tages im Überblick.

 

Brett 1   -   Kurt Essegern   (Schwarz)   Brett 2   -   Holger Hübschmann   (Weiß)   Brett 4   -   Uwe Essegern   (Weiß)

Weiß spielte jetzt Se7+ (statt Se3) und wählte das "falsche" Abfangfeld für den eigenen Springer. Der Unterschied zwischen c3 und c2 ist allerdings in der praktischen Partie schwer ersichtlich.   Statt Tad1 verhilft das Scheinopfer Sf5 dem Weißen zu einer deutlichen Druckstellung gegen den unter Bewegungsmangel leidenden Gegner.   Ein paar Probleme hat Schwarz noch zu lösen. Weiß hätte natürlich weiterspielen können (müssen?). Wahrscheinlich ist Lxh6 mit Halbierung des gegnerischen Läuferpaares der nächste richtige Schritt.
         
Brett 5   -   Ralf Roth   (Schwarz)   Brett 6   -   Bernd Feldmann   (Weiß)   Brett 7   -   Heinz Kunze   (Schwarz)

Weiß zog jetzt Sf6+ und setzte wohl auf das Eindingen des Turmes auf die 7. Reihe. Mit Sb8 folgte jedoch der sofortige Tritt des Pferdes und Schwarz hat keine Probleme mehr.   Ld5? erleichterte sofort dem Weißen die Partie. Die Verdoppelung der Türme auf der 7. Reihe entscheiden den Tag. Stattdessen hätte Tf8 die Stellung zusammen gehalten.   Weiß spielte bisher nur halbherzig am Damenflügel und zog jetzt am Zuge g3? Die Öffnung der eigenen Deckung spielte jedoch nur dem Schwarzen in die Karten.

 


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letzte Aktualisierung dieser Seite:   25. September 2011